Projektreisebericht Malawi - 2016

Viva con Agua Österreich unterstützt seit 2014 Projekte in „the warm heart of Africa“ - Malawi. Aber warum ausgerechnet in Malawi? Malawi ist ein Land süd-östlich von Afrika neben Mosambik mit sehr viel Potential und unsagbar vielen Möglichkeiten. Mit dem drittgrößten Binnengewässer Afrikas, dem Malawisee, der 25% der gesamten Landesfläche für sich einnimmt, ist Malawi besonders für Viva con Agua interessant. Das durchschnittliche Alter der Gesamtbevölkerung liegt unter 25 Jahre, weswegen Viva con Agua Österreich in Kooperation mit der Welthungerhilfe Malawi vorrangig Schulen mit sauberem Trinkwasser und menschenwürdigen sanitären Anlagen versorgt. Außerdem finanziert Viva con Agua Österreich den Bau sogenannter „changing rooms“, welche von Mädchen, die ihre Periode bekommen, zur hygienischen Versorgung genutzt werden, um weiterhin die Schule besuchen zu können.

 

Im September 2016 hatte Viva con Agua Österreich die große Ehre mit einem 13-köpfigen Team zum zweiten Mal auf Projektreise nach Malawi zu gehen. Schon die Ankunft gestaltete sich als sehr spannend und trotz dem wir alle gut auf die Reise vorbereitet waren, kam alles immer ganz anders als geplant, was die Reise letztendlich zu einem unfassbar besonderen Erlebnis gemacht hat. Bei unserer ersten Bleibe angekommen, war im gesamten Ressort kein Strom und somit auch kein warmes Wasser, womit wir nicht gleich am Anfang gerechnet hatten. Dieses strom- und warmwasserlose Erlebnis erstreckte sich beinahe über unsere gesamte Reise, aber wir haben uns relativ schnell an die neue Situation gewöhnt und waren am Schluss schon hingehend überrascht, wenn doch plötzlich irgendwo warmes Wasser aus den Hähnen rann.

Nachdem wir eine Besprechung im Büro der Welthungerhilfe hatten, wo wir unseren Reiseplan für die kommenden Wochen gemeinsam durchgegangen sind, begann die Nervosität, denn schon am nächsten Tag stand der Besuch der Schule auf dem Programm, die Viva con Agua Österreich als erstes Projekt im Jahr 2014 unterstützte. Wir bereiteten uns gemeinsam auf den Besuch vor und übten ein österreichisches Lied namens „Ham kummst“ von Seiler&Speer, welches wir an jeder Schule laienhaft präsentierten. Im Vergleich zu den großartigen gesanglichen und tänzerischen Darbietungen der SchülerInnen an jeder Schule, war unsere Präsentation leider etwas ärmlich, was aber dem Austausch auf Augenhöhe und dem Versuch das Eis etwas zu brechen in keinster Weise im Weg stand und uns zu dem Vorsatz brachte, nun bei jeder Projektreise etwas einzustudieren, was wir an den Schulen aufführen können.

Der Weg zur ersten Schule war sehr abgelegen und man fuhr einen prärieartigen Weg, der nicht mit den Straßenverhältnissen vergleichbar war, die wir von Österreich kennen. Plötzlich fuhren wir bei einem Schild vorbei auf dem groß der Name der Schule „Chiwaka Primary School“ mit einer Abbildung des Logos von Viva con Agua Österreich. Niemals wird man dieses einzigartige Gefühl  beim Anblick dieses Schildes beschreiben können. Noch bevor wir fassen konnten, was da jetzt eigentlich passiert ist, stürmten schon unzählig viele Kinder entgegen und freuten sich uns zu sehen. Der Ablauf der Besuche an den drei Schulen, die Viva con Agua mit Spendengeldern unterstützt, war immer sehr ähnlich und doch nicht miteinander vergleichbar: zu Beginn wurden wir  meistens von dem Fieldworker der Welthungerhilfe, den LehrerInnen und dem/der DirektorIn begrüßt und danach führten die Kinder das für uns einstudierte Programm auf und wir sangen unser Lied, danach schauten wir uns den Brunnen, die sanitären Anlagen und wenn vorhanden den „changing room“ an. Hierbei kamen wir dann oft in ein intensiveres Gespräch mit den Personen vor Ort und lernten zum Teil die Mitglieder der „Wash-Komitees“ , bestehende aus Eltern (zum Großteil Mütter), LehrerInnen und SchülerInnen, kennen, die für die gemeinsame Aufarbeitung des Themas „Water, Sanitation and Hygiene“ an den jeweiligen Schulen verantwortlich sind. Es war unglaublich spannend mit den Leuten in den Austausch zu treten und zu sehen, wohin die Spendengelder von Viva con Agua Österreich fließen und für was man in Österreich auf Konzerte und Festivals geht und eigene Aktionen plant. Danach hatten wir immer noch die wunderschöne Möglichkeit mit den Kindern zu spielen, zu tanzen und Spaß zu haben.

Das gesamte Programm war perfekt strukturiert und wir hatten zwischen den Projektbesuchen, die zum Teil viel Energie gekostet haben, immer wieder Pausen uA im Nationalpark Liwonde, wo man mit Elefantenlauten geweckt wurde und schlafen ging. Das Grande Finale war dann das „Lake of Stars“-Festival direkt am Malawisee, was sich von europäischen Festivals gar nicht so sehr unterscheidet und uns als Team noch einmal die Möglichkeit gab alle unfassbaren Eindrücke miteinander zu verarbeiten.

 

Aus meiner individuellen Erfahrung kann ich nun sagen, dass sich absolut jedes Konzert, jedes Festival, jede Aktion, jeder noch so kleine Beitrag für Viva con Agua etwas bringt. Wir kommen unserer Vision Alle für Wasser - Wasser für alle definitiv immer näher und ich werde diese Erfahrung niemals vergessen. Es wäre gelogen, wenn man sagen würde, dass alle Projekte zu 100% perfekt sind und auch in gleichermaßen von den Leuten vor Ort angenommen werden, aber durch diese Erfahrungen lernt man wieder etwas dazu und man kann sich immer besser auf die Wünsche und Vorstellungen der Leute vor Ort einstellen. Wir bedanken uns hiermit auch aufrichtig bei der Welthungerhilfe, die uns immer alles transparent präsentierte, nichts zu verharmlosen versuchte und immer mit offenen Karten und der absoluten Darstellung der Realität mit uns kommunizierte. Wir wissen nun, was wir tun und vor allem auch warum wir es tun und genau aus diesem Grund, kann ich nur jedem Menschen empfehlen mit Viva con Agua auf Projektreise zu gehen, wenn man die Möglichkeit dazu bekommt. Der gegenseitige Austausch und der unfassbare Gewinn an Motivation für die gemeinsame Sache war für mich das unbeschreiblichste Erlebnis, das ich niemals mehr missen möchte. 

 

 

von Magda Leitner (Ansprechpartnerin für Aktionen und Wasserprojekte) 

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